Die Produkt Roadmap - eine Reise.

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erste Schritte im Skizzieren von Architektur, ein infinity Pool mit Meerblick.

Im letzten Blogartikel habe ich euch die Findung einer Produktvision erklärt und berichtet, wie man eine Produktstrategie ableitet. 

 

Heute gehe ich kurz auf ein sehr kontrovers diskutiertes Thema ein. Die Roadmap.

 

Manche unter euch werden sicher denken: „Oh nein, eine Roadmap bei agiler Entwicklung. Das gibt es bei uns nicht!“ Und ja, man kann mit dem agile Manifest argumentieren (Das Agile Manifest sind grundlegende Werte für agile Softwareentwicklung, die 2001 von einigen vordenkenden Softwareentwicklern verfasst wurde): „Responding to change over following a plan“. 

Das ist alles schön und gut und die These ist erstmal richtig. Ich bin überzeugt, dass man trotzdem irgend ein Plan haben sollte. Warum ich das so sehen, möchte ich euch anhand eines Beispiels aus dem Buch von Roman Pichler (Strategize) erklären. 

 

Das Beispiel

 

Stellt euch vor, ihr wollt in den Urlaub nach Italien gehen. Das klingt einmal gut. Ihr habt also eine Vision. Dann wandelt ihr das ganze in eine Strategie um. Ihr möchtet nach Italien in der Nähe des Meers Urlaub machen. Nach einigen Überlegungen ist Februar. Ihr stellt fest, es wäre wünschenswert, wenn die Unterkunft mehrere Zimmer hätte. Nach weiteren Gesprächen zurrt ihr also die Strategie fest. Italien, Meer, große Unterkunft im Sommer. 

 

Einige Monate später, Sommeranfang. Das kam unerwartet. Egal, ihr steigt ins Auto und fahrt los. 

Jetzt wird es spannend! Wohin fahrt ihr? Ok vielleicht wisst ihr, Italien liegt im Süden. Also Kompass raus und nach Süden fahren. Plötzlich ist der Tank leer, kein Geld im Geldbeutel…. Kommt man so nach Italien? Vermutlich nicht. Selbst wenn man so nach Italien kommen würde, wäre die Unterkunft zufällti frei? Vermutlich auch nicht. 

 

Ich hoffe ihr merkt, auf was ich hinaus möchte. Um wirklich einen Urlaub in Italien zu machen, muss man mehrere Schritte machen um dort an zu kommen. 

Und hier kommt die Roadmap ins Spiel. Die Roadmap ist nichts anderes wie ein großer Fahrplan. 

Im März müsst ihr euch noch keine Gedanken über jede Autobahnausfahrt bis Italien machen. Jedoch müsst ihr vielleicht den Urlaub mit Kollegen absprechen und Unterkünfte suchen. 

Sprich im März wäre die Roadmap bis Italien sehr grob. Vereinzelt stehen da ein paar Infos drauf, jedoch ist es nur eine grobe Ausrichtung. Nach und nach werden die Details aber immer sichtbarer (planbarer) z.B. bis wann ihr euch eine Unterkunft buchen solltet. Irgendwann heißt es dann rechtzeitig das Auto zu packen, zu Tanken und los zu fahren. 

Jetzt möchte ich nochmal auf das Agile Manifest und die Aussage „Responding to change over following a plan“ zurückkommen. Während ihr im März eure Unterkunft plant, könnte so eine Änderung zum Beispiel sein: Ihr wollt doch eher in die Berge, weil es dort günstigere Unterkünfte gibt. Dann wäre das zum Beispiel eine Änderung, die ihr wieder in eure Roadmap integrieren könnt und vermutlich sogar die Strategie anpassen müsstet. 

 

Durch die Ausführung des Beispiels möchte ich euch ermutigen, auch bei trivialen Projekten oder super Agilen Teams doch nochmal über eine Roadmap nachzudenken. 

Sie hilft euch, euer Ziel im Auge zu behalten und nicht irgendwo auf dem Weg fest hängen zu bleiben. 

Wichtig ist, dass diese nicht in den Stein gemeißelt ist. Sie muss gepflegt, gelebt und interaktiv angepasst und aktualisiert werden.

Das kennt ihr vermutlich aus jeder Urlaubsplanung, wenn die Traumunterkunft doch belegt ist und eine Alternative gesucht werden muss ;)

 

Eine gute Woche

Alkly

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