Warum Strategie wichtig ist.

Heute möchte ich euch die Erkenntnisse aus dem Buch "Strategize: Product Strategy and Product Roadmap Practices for the Digital Age" schreiben, das ich gerade lese. Aber starten wir erstmal mit einem Zitat:

 

„Doing the right thing is more important than doing the thing right“  Peter Drucker

 

In meiner sehr kurzen Erfahrung in der Software Entwicklung kann ich sagen, dass ich diesem Zitat voll zustimmen kann. Nun wie kommt man auf das „Richtige“?

 

Wie kommt man auf die richtige Produktstrategie? 

 

Bevor ihr euch Gedanken zur Produktstrategie macht, muss man einen Schritt zurück und sich die Frage stellen: Was ist eigentlich meine Vision?

Startet also damit, euch Gedanken über eine wirklich große Vision zu machen. 

Ihr erinnert euch an meinem Blog Post „One Big Thing?“. Dort ging es in erster Linie darum, sein großes Ziel pro Lebensbereich fest zu machen. Mit „groß“ ist damit ein wirklich großes und visionäres Ziel gemeint, das man nicht so eben erfüllen kann. Bei der Produkt Vision geht es um das gleiche nur eben für das Produkt. 

Eine Produktvision ist immer mit viel Arbeit verbinden. Sie ist aber die Grundlage einer guten Strategie. Warum das so ist, erläutere ich im nächsten Abschnitt.

 

Qualitätsmerkmale einer effektiven Vision 

 

Was zeichnet eine gute und effektive Vision aus?

  1. Sie ist groß!
  2. Sie wird geteilt.
  3. Sie inspiriert. 
  4. Sie ist präzise und knapp.

 

Im Buch gibt der Autor Roman Pichler ein Beispiel für eine Produktvision: Eine App zum Abnehmen entwickeln. 

Im Vergleich zu „Menschen helfen Gewicht zu verlieren“  oder „Eine App zum Abnehmen entwickeln“ ist die Vision „Menschen helfen gesund zu Essen“ aussagekräftiger und inspirierender. 

Zudem kann der Visionär im Laufe der Produktumsetzung auch sein eigentliches Produkt anpassen. 

Stellt sich zum Beispiel heraus, dass die App für gesundes Essen nicht gut funktioniert, könnte er auch ein gutes Buch schreiben. Seine Vision würde er dabei immer noch verfolgen und sie könnte ihn dabei immer noch inspirieren. 

Die Vision soll sich auch leicht erzählen und verbreiten lassen. Eine Vision kann vereinigt und verbündet für ein gemeinsames Ziel.

Wenn die Vision inspirierend ist, hilft es dabei motiviert zu bleiben. Somit lassen sich Täler auch eher überwinden. 

Präzise erklärt sich von selbst. Wenn die Vision ein 20 Seiten langer Text ist, wird sie keiner lesen und sich merken können. Hier gilt, auf den Punkt zu kommen. 

 

Ist die Produktvision alles? 

 

Mit der Produktvision ist die Grundlage geschaffen. Jedoch hilft es nichts, wenn ich mir nur eine Produktstrategie für meine Vision ausgearbeitet habe. Jeder, der einmal eine BWL Vorlesung hatte, wird sich erinnern. Eine Strategie ist meistens für eine langjährige Ausrichtung, größer als 5 Jahre. 

 

Ein Dozent hatte die Unterschiede anhand eines netten Beispiels erklärt:

Stellt euch ein Fußballverein vor. Die Vision wäre der Verein mit der besten Torquote der Welt zu werden. Die Strategie ist dann zum Beispiel der Einkauf eines bestimmten Trainers. Der Trainer zeichnet sich durch gewisse Charakterzüge und Stärken aus. Er wählt neue Spieler aus, passt Taktiken an und optimiert das Training. Dies wird er erstmal so anwenden. Man könnte jetzt seine Strategie, im Beispiel den Trainer, auch ändern. Jedoch kommt sowas normal nicht jeden Monat vor. 

Die Teambesprechung und die Vorbereitung für das Spiel ist die Taktik. Man kann den Gegner studieren und gewisse Muster erkennen und seine Spielzüge anpassen. 

Die „Operative“ / Das Doing ist das Spiel. Hier hat der Trainer wenig Möglichkeiten zur Einflussnahme. Er kann noch einzeln zu Spielern kommunizieren und die Pausen nutzen, aber die Taktik ist meistens gesetzt. 

 

 

Link zum Scrum 

 

Wir halten fest, wir haben unsere Vision. Eine kurze, inspirierende, ermutigende, große Vision. Aus dieser leiten wir uns unsere Hauptfunktionen, Märkte und Geschäftsziele ab: Die Produktstrategie. 

Jetzt geht es an die Umsetzung. Hier eignen sich beispielsweise eine Roadmap. Darauf gehe ich aber nächstes Mal ein. 

 

Eine Bemerkung noch am Rande. Wenn es um das Thema Produkt Strategie geht, spielt natürlich die Innovation des Produktes eine Rolle. Also setze ich eine komplett neue Idee um oder verbessere ich nur das, was auf dem Markt vorhanden ist. Dann gibt es ja so Themen wie Produktlebenszyklen und co. Das ist aber meiner Meinung nach ein eigener Blog-Beitrag wert. 

 

Kurze Theorie der Produktstrategie

 

Starten wir mal mit der trockenen Theorie über eine Produktstrategie. 

Eine Produktstrategie besteht aus 3 Teilen:  

 

  •  Der Markt beschreibt den Typischen Anwender des Produktes. Also was zeichnet ihn aus, was macht er so, Alter, etc.
  • Die Hauptfunktionen beschreiben die wichtigsten Funktionen des Produktes.
    • Es geht hierbei nur um 3-5 Hauptfunktionen, nicht alle Funktionen die man irgendwann benötigt. 
      • Beispiel das erste IPhone: Man kann damit im Internet surfen, Musik hören und es kann über einen Touchscreen bedient werden. Klingt heute ziemlich Standard, war aber bei der Markteinführung das erste Produkt, dass alle drei Eigenschaften gut verbunden hat. 
  • Die Geschäftsziele beschreiben, was das Produkt dem Unternehmen bringt
    • Warum sollte das Unternehmen in die Entwicklung des Produktes investieren?
    • Was ist der größere Nutzen für das Unternehmen? 
    • Hier können natürlich auch nachhaltige Ziele oder Soziales Engagement im Fokus stehen. 

 

Wichtige Randbemerkung ist, dass so eine Produktstrategie nicht in den Stein gemeißelt ist. Im Laufe der Entwicklung kommen hoffentlich immer mehr Erkenntnisse hinzu und die Strategie muss angepasst oder überarbeitet werden. Zum Beispiel 1 mal pro Quartal. Der wesentliche Faktor sind hierbei das Marktumfeld, also ist es ein sehr dynamischer Markt oder sehr stetig. Zum anderen wie neu bzw. innovativ das Produkt ist. Wagt man etwas komplett Neues, kann es sein, dass sich die Hauptfunktionen oder Zielgruppe in den ersten Monaten ändern.

Beispiel hierfür wäre auch YouTube, die anfangs etwas planlos gestartet sind und ihr Produkt eher in Richtung Dating Website verstanden. Q vice.com

 

 

Die Erzeugung einer Produkt Strategie

 

Also stellte euch den Fußballtrainer aus meinem Beispiel oben vor. Übertragen wir das auf unser Produkt, stellen wir uns folgende Beispiel-Fragen:

Wer ist meine Zielgruppe? Was zeichnet sie aus? Welches Alter/Region? 

Welche Bedürfnisse haben sie? Wofür würden sie Geld ausgeben?

Welches Produkt biete ich ihnen an? Also ein Stück Software, Abo, Hardware, 

Welches Ziel möchte ich erreichen? Möglichst viele Kunden? Hohe Marge? 

 

Dazu gibt es ein coolen Canvas von Roman Pichler, der das ganze nochmal zusammen fasst.

Weiterführende Links für die Umsetzung gibt es auch auf der Website von Roman Pichler.

Das Ganze erinnert mich auch stark an den Business Model Canvas, der vielleicht auch einigen bekannt ist.

 

Beispiel - Alkly’s Blog

So jetzt gehts mal wieder ans eingemachte. 

Was ist eigentlich meine Vision des Blogs?

Dieser werde ich mich nun stellen.

 

Ich möchte Menschen durch kurze Impulse inspirieren, ihre aktuelle Arbeit zu hinterfragen und neu anzugehen. 

Ergänzen würde ich hierbei noch, dass es sich meistens um sehr fachspezifische Themen handelt. Wie wir oben gelernt haben, sollte die Vision aber groß und nicht allzu sehr einschränkend sein. Deshalb wäre so eine Zielgruppe etwas für meine „Blogstrategie“ 

 

 

Also nehmen wir den Canvas mal zur Hand. 

So, wenn ich jetzt auf mein Canvas drauf schaue, erkenne ich hier erste Verbesserungspotentiale.

Zielgruppe?! Viel zu viele für eine kleine Nieschengruppe. 

Ich möchte dies aber erstmal so im Raum stehen lassen und später die Vision weiter schleifen.

 

 

Also halten wir fest, um die richtigen Schritte täglich bzw. in jedem Sprint zu tun, ist es essentiell die Vision des Produktes zu kennen und zu verstehen. Nur dann lässt sich eine richtige Strategie, Taktik ableiten und schlussendlich jeden Tag das richtige tun. 

 

Im nächsten Blogbeitrag möchte ich dabei auf die Umsetzung eingehen.

Die Product Roadmap! Ein sehr spannendes und teilweise auch sehr kritisch hinterfragtes Tool. 

 

Eine Gute Woche

Alkly

 

Quellen:

Wie bereits in der Einleitung stammen die meisten Gedanken und Methoden aus dem Buch: 

Strategize: Product Strategy and Product Roadmap Practices for the Digital Age 

 

 

 

 

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0