Design Sprint & meine Erfahrungen

Hallo Liebe Blog Freunde,

wow meinen Blog habe ich jetzt schon seit über 2 Monate. Ab heute lasse ich die Wochenzählung im Titel weg.

Fast immer habe ich Sonntags etwas neues gepostet, trotzdem ist es immer noch eine schöne Challenge. Etwas zu malen und zu schreiben ist eine schöne Abwechslung. 

Vielen Dank für die Kommentare auf Facebook und hier im Blog. 

Heute habe ich eine schlichte Interpretation der Grippe im Stall/ Weihnachtsgeschichte gezeichnet. 

Jetzt wünsche ich euch etwas verspätet erstmal gesegnete Weihnachten!

 

Heute schreibe ich über den Design Sprint. Dieses Thema beschäftigt mich schon längere Zeit. Zum ersten Mal bin ich vor einigen Monaten durch einen UX Desigern auf das Thema gekommen. 

Beim Design Sprint geht es darum, ein (Unternehmens-)Problem durch schnelles Entwerfen, Prototyping und Testing zu lösen. Es ist eine Ansammlung von verschiedenen Methoden und Tools, um innerhalb von einem festen Zeitraum dieses Problem zu lösen. Wichtig ist dabei der fixe Zeitrahmen um eine gewisse Pflicht & Verbindlichkeit zu erreichen. 

Das ganze wurde von Google Ventures entwickelt und wird dort wohl sehr aktiv und erfolgreich bei verschiedensten Stardups eingesetzt. 

Das spannende ist, dass das Team dabei aus verschiedensten Personengruppen bestehen muss. Z.B. Marketing & Vertrieb, Entwicklung, Visionär, Produktmanagement. 

 

Die 5 Tage gliedern sich dabei in

  • Understand (verstehen)- Am ersten Tag versucht man den Kunden zu verstehen und genau das Problem, was man lösen will zu definieren. Da malt man sich z.B. eine Karte, die den Weg des Kunden beschreibt. Das Ganze wird durch Kundeninterviews nochmal kritisch hinterfragt bzw. bestätigt. 
  • Diverge (auseinander gehen)- Dann darf man kreativ werden. Jetzt geht es darum, sich erstmal durch andere Lösungen inspirieren zu lassen. Danach skizziert man verschiedene Ideen auf ein Papier. Dies erfolgt teilweise in Gruppen, teilweise allein. 
  • Converge (zusammen kommen) - Am dritten Tag erfolgt die Bewertung und Auswertung der unterschiedlichen Ideen. Spannend hierbei auch eine Methode namens silent critic (http://bit.ly/2iz2DKL). Dabei wird jede Idee wie in einem Museum aufgehängt und jeder muss sich still alle Ideen anschauen und durch Aufkleber bewerten. Es darf nicht gesprochen werden, Fragen werden via Post-it an die Wand gehängt. Dann erfolgt eine offene Feedback Runde und die finale Entscheidung. Diese Idee wird dann über ein z.B. Storyboard weiterentwickelt.
  • Prototype - Am vierten Tag wird die Idee als Prototyp zum Leben erweckt. Das kann z.B. durch Mockups entstehen oder interaktive Klick Dummys. z.B. https://moqups.com/
  • Test - Am letzten Tag wird die Idee dann mehreren Kunden vorgestellt und getestet. Dadurch erhält man Feedback, ob die Idee wirklich den Kundennutzen entspricht. 

Man erhält also ein vollständigen Prototypen mit Storyboard einer Idee, die bereits am Kunden ohne viel Entwicklungsaufwand getestet wurde. Zudem sind alle wichtigen internen Stakeholder vertreten und haben an der Idee mitgewirkt. 

 

Meine Erfahrung damit:

Letzte Woche habe ich zum ersten Mal diese Methode mit einem Team eingesetzt. 

Nach diesem ersten Pilot kann ich berichten, dass der Design Sprint ein wirklich guter Ansatz ist, um Unternehmensprobleme zu lösen. Er kombiniert dabei Methoden vom Design Thinking https://de.wikipedia.org/wiki/Design_Thinking mit dem Scrum Prozess. 

Man erhält einen soliden Prototyp mit Storyboard, den alle akzeptieren. Somit eine optimale Grundlage für eine Umsetzung durch das Software Team. 

 

Lessons learned:

  • Vor Weihnachten hatten wir leider nicht die Möglichkeit, das ganze 5 Tage zu machen. Wir haben es auf ca. 2,5 Tage reduziert. Als lessons learned kam aber klar raus, dass man sich mehr Zeit nehmen muss. Mindestens 3 volle Tage für "kleinere" Probleme. 
  • Am Anfang ist es ratsam, mehr als einen Kunden zu befragen und sich telefonisch mindestens 45 Min Zeit pro Kunde zu nehmen.
  • Wenn man die Methode zum ersten Mal anwendet, muss man genügen Zeit einplanen um alle neuen Tools vorzustellen. 
  • Es ist wichtig, dass immer alle des Teams anwesend sind. Somit wissen alle bescheid um was es genau geht und was dabei entstehen soll. 
  • Bevor es in eine Einzelarbeitsphase (Tag 2) der Ideengenerierung geht, muss zudem genau definiert werden, was als Ergebnis von jedem erwartet wird. z.B. ist es nur ein Screenshot der Idee, oder ein Storyboard oder eine Map mit Klicks, die der Nutzer durchführt? 
  • Leider konnten wir kein Kundeninterview am letzten Tag vornehmen. Es bietet sich schon an diesen Termin frühzeitig zu blockieren. 

 

Wer mehr darüber lesen möchte:

die englische Seite von Google dazu: http://www.gv.com/sprint/

ein deutscher Blogeintrag darüber http://t3n.de/news/google-product-design-sprints-557076/

Dieses Buch fasst alles sehr gut zusammen: http://amzn.to/2i2AyL7

 

Falls ihr Fragen dazu habt, gerne eine Mail oder ein Kommentar. 

 

Viele Grüße

Alkly

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